Objekt des Monats
Neu in der Volkssängerausstellung: Die Schichtl-Trommel.


Trommel von August Schichtl

Auf geht’s beim Schichtl

Michael August Schichtl trat erstmals 1869 mit seinem Zaubertheater am Oktoberfest auf. Den Schichtl gibt es bis heute auf der Wiesn. Höhepunkt jeder Vorführung ist die Hinrichtung. Eine Person aus dem Publikum wird auf der Bühne enthauptet. Legendär war die Parade des August Schichtl, in der er mit dieser Trommel vor der Vorstellung die Leut' zusammentrommelte.

Text einer Schichtlparade: „Auf geht's beim Schichtl! Hochmögende Stadtleut und Misthaufenprotzen und die Herrn Kafalüre und Schätz, wollts ihr denn bloß da draußen glotzen? Kommts rein! Die schönsten Schwartling als Plätz! Und Zaubertheater ohne Kulissen! Wo anders werds bei sowas bschissen, bei mir is auf alle Fäll der Schwindel real!”

Karl Valentin schreibt über August Schichtl: „Seine Vorstellungen waren gut und stets ausverkauft. Die Hauptsache aber war er selbst. Wer es [nicht] gesehen, gehört und miterlebt hat, wie dieser Mann mit seinen köstlichen Witzen und Redensarten Tausende von Zuhörern vor sein Theater bannte und zu stürmischer Heiterkeit hinriss, dem ist es unmöglich, dessen Bedeutung für diese Festzeit richtig einzuschätzen, wie es auch unmöglich ist Einzelheiten aus dem unerschöpflichen Wortschatz des Meisters wiederzugeben. So schlagend und zwerchfellerschütternd seine drastischen Redewendungen waren, so wirkte auch seine Maske und Mimik.”




„Kunst kommt von können,
nicht wollen …
sonst müsste es ja Wunst heißen“(Karl Valentin)