Valentin-Karlstadt-Musäum, München, Isartor
 
Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor, München
 
Volkssänger
 
Bis in die Zeit des ersten Weltkrieges zählten in München die Darbietungen der Volkssänger zur Massenunterhaltung. Sie waren ebenso beliebt wie heute die Fernsehprogramme. Über 800 hauptamtliche Volkssänger waren noch 1905 in München gemeldet.

Die bekanntesten und beliebtesten der ca. 80 Bühnen waren das Hotel Oberpollinger, der Bamberger Hof, der Frankfurter Hof, die Sängerwarte, der Baaderwirt, das Apollotheater (Minervasaal), das Platzl, das Hotel zum Löwen, das Gasthaus zum Eisernen Kreuz, die Collosseums-Bierhalle, der Peterhof, der Oberottel.

Hierhin gingen die Münchner, wenn sie sich für die Entbehrungen der ganzen Woche entschädigen wollten. Die Darbietungen wechselten meist 14tägig. Für einen solchen Zeitraum wurden Volkssänger und Gemeinschaften engagiert. An einige, die damals das humoristische Pfefferbüchsel schwangen, erinnert das Valentin-Musäum:

 
 
Einige wenige Volkssänger wirkten noch bis in unsere Zeit; da gab es beispielsweise den Emil Vierlinger, die Bally Prell (Schönheitskönigin von Schneizlreuth), Anni Reininger, Seffi Braun (deutsche Meisterjodlerin) und Wiggerl Schneider, Ida Schumacher (Ratschkathl), Kathi Prechtl und den Roider Jackl. Sie hatten es nicht leicht gegen -wie Hanns Vogel sagte- den Kulturzerstäuber der FFF-Fabrikation (Film, Funk, Fernsehen). Mit ihnen ist sie beinahe verschwunden, die gemütliche, pomadige, wirtshausgemachte Volkslustbarkeit.
 
Valentin-Karlstadt-Musäum, München, Isartor
 
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